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Biodiversitätspfad

Tipp

Für den Besuch des Rundwegs bietet sich die Anreise mit dem Bus an. Von der Haltestelle Schlegelgrund sind es nur 400 Meter bis zum Startpunkt.

Der Weg zu mehr Artenvielfalt

Heilbronns erster Biodiversitätspfad für Erholungssuchende und Naturfreunde zeigt Artenvielfalt zwischen Frankenbach und Neckargartach.

 

Der Steinkauz ist klein, aber oho. Und ab sofort das Maskottchen des ersten Heilbronner Biodiversitätspfades zwischen Frankenbach und Neckargartach. Der Ruf der kleinen, kurzschwänzigen Eulenart machte den Menschen früher große Angst: Statt „Kuwitt“ verstanden sie „Komm mit“ und deuteten dies als Stimme des Sensenmannes. „Der Steinkauz ist alles andere als der Vollstrecker des Todes“, sagt Jürgen Hetzler vom Grünflächenamt. „Wir hoffen, dass er jetzt möglichst viele Heilbronnerinnen und Heilbronner auf unseren acht Kilometer langen Biodiversitätspfad lockt, um faszinierende Naturphänomene in der Landschaft zu entdecken.“

 

Der Steinkauz ist klein, aber oho. Und ab sofort das Maskottchen des ersten Heilbronner Biodiversitätspfades zwischen Frankenbach und Neckargartach. Der Ruf der kleinen, kurzschwänzigen Eulenart machte den Menschen früher große Angst: Statt „Kuwitt“ verstanden sie „Komm mit“ und deuteten dies als Stimme des Sensenmannes. „Der Steinkauz ist alles andere als der Vollstrecker des Todes“, sagt Jürgen Hetzler vom Grünflächenamt. „Wir hoffen, dass er jetzt möglichst viele Heilbronnerinnen und Heilbronner auf unseren acht Kilometer langen Biodiversitätspfad lockt, um faszinierende Naturphänomene in der Landschaft zu entdecken.“

Erhaltung der Kulturlandschaft und der biologischen Fülle

Der insgesamt neun Stationen umfassende Lehrpfad ist Teil des Kulturlandschaftsparks (KuLaPa) der derzeit zwischen dem Industriegebiet Böllinger Höfe, Neckargartach Nord und Frankenbach Nord sowie im Umfeld des Ipai-Quartiers Steinäcker realisiert wird. Der KuLaPa ist wie ein natürlicher Ort, wo Menschen die Natur und Landschaft genießen und gleichzeitig die Geschichte und Landwirtschaft der Region erleben können.

Oder wie Jürgen Hetzler, der federführend für das Projekt verantwortlich war, es beschreibt: „Wir inszenieren die Landschaft. Dabei geht es um Biodiversität in der Agrarlandschaft, aber auch die Erholung am Stadtrand.“ Gefördert wird der Biodiversitätspfad Heilbronn mit 55 000 Euro durch das Programm „Blühflächen und Biodiversitätspfade“ des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg.

Der acht Kilometer lange Rundweg  vorbei an Hecken und mächtigen Mostbirnen verläuft größtenteils über asphaltierte Wege für die Landwirtschaft und ist somit für Rollstühle und Kinderwagen geeignet.  Eine Ausnahme ist lediglich eine kurze Strecke mit einem Erdweg von Station 1 zu Station 2. Große und kleine Naturfreunde können die Strecke gut zu Fuß, oder aber auch mit dem Fahrrad zurückzulegen. Fünf neue Sitzbänke am Wegesrand laden zum Verweilen ein. Übrigens: Wer weniger Zeit hat, kann den Rundweg problemlos auf fünf Kilometer verkürzen.

Neun Stationen über die Landschaft und gefährdete Tierarten

 

Die erste Station befindet sich am Ende der Hegelstraße in Neckargartach – direkt am Sendemast Schlegelgrund. Hier können sich Spaziergänger auf dem Lageplan einen Überblick über die Strecke verschaffen oder aber auf der großen Liegebank Kraft für den Spaziergang tanken – und den Kraichgau überblicken. Und der Begriff Biodiversität wird erklärt, denn der bedeutet viel mehr als nur Artenvielfalt. „Die zwei weiteren Elemente, die unter den Begriff fallen, sind die genetische Vielfalt und die Vielzahl an lebendigen Ökosystemen“, erklärt Jürgen Hetzler. „Die Biodiversität macht die Natur anpassungsfähig und robust.“ Eine zentrale Voraussetzung beim Klimawandel.

An den Stationen 2 bis 4 dreht sich alles um die heimische Vogelwelt: Feldlerche, Steinkauz und das Rebhuhn. Feldlerchen sind landesweit stark gefährdet und stehen auf der Roten Liste in Baden-Württemberg. In Heilbronn haben die Feldvögel noch gute Vorkommen. Vor der Infotafel an Station 2 erstreckt sich ein 500 Quadratmeter großer Feldlerchenschutzstreifen. „Im Frühjahr flattert hier alles“, sagt der Agrarwissenschaftler. „Dann ist es nicht viel anders als in der Serengeti.“ Wer möchte, kann den QR-Code am Schild abscannen und sich den Ruf der Feldlerche anhören.  Der dritte Haltepunkt, eine traditionelle Streuobstwiese, liegt an der Grenze der Stadtteile Frankenbach und Neckargartach. Das bereits Anfang der 1970er Jahre von Ornithologen gestartete Schutzprogramm trägt dazu bei, dass sich der Bestand der Steinkäuze erholt. 2022 brüteten im Stadtkreis zehn Brutpaare. Im Jahr zuvor haben sieben erfolgreich gebrütet und 21 Jungkäuze konnten beringt werden.

Wer es weniger federig mag, kommt bei den Stationen 5 und 7 auf seine Kosten – dort geht es um Amphibien und Reptilien. Aktuell wird in unmittelbarer Nähe des Industriegebiets Böllinger Höfe ein Laichgewässer für Kröten und Co. angelegt (Station 5). „Mit dem angrenzenden Krämerschlag-Wald und Wiesen haben Kröten, Molche und Zauneidechsen den idealen Lebensraum“, freut sich Hetzler.

Kulturlandschaft – zwischen Landwirtschaft und Geschichte

Doch nicht nur der alarmierende Artenschwund steht im Fokus des Biodiversitätspfades. Bei den Streuobstwiesen (Station 6), den alten Wegen im „Langen Hermannsgrund“ (Station 8) sowie dem Ackerrandstreifenprogramm der Stadt (Station 9) kommt das Thema Kulturlandschaft zum Tragen. Darunter versteht man eine von Menschen geprägte Umgebung, die natürliche Elemente und Landwirtschaft miteinander verbindet. So führt der Rundweg an dieser Stelle, dem Neckargartacher Neckarhang, über Wege, die bereits die Römer, Kelten und Menschen aus der Jungsteinzeit etwa 6000 Jahre vor Christus entlang liefen. Das Ackerrandstreifenprogramm betreibt die Stadt Heilbronn bereits seit 1993. „Die mehrjährigen wiesenartigen Streifen mit vielen Wildkräutern prägen heute die Flur“, erklärt der Experte Hetzler.

Neun Stationen berichten von charakteristischen Landschaftselementen, gefährdeten Tierarten und den Schutzbemühungen:

1. Kraichgau - Agrarlandschaft ist Lebensraum 

2. Feldlerche

3. Steinkauz

4. Rebhuhn

5. Amphibien

6. Artenvielfalt pur: Streuobstwiesen

7. Zauneidechse

8. Alte Wege im Langen Hermannsgrund

9. Ackerrandstreifenprogramm der Stadt Heilbronn

Lust auf noch mehr Biodiversität?

Dann schauen Sie doch mal auf dem Böckinger Mostbirnenweg vorbei.